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L
u s t g a r t e n B e r l i n
Entwurf, Ausführungsplanung, künstlerische Bauleitung
im Atelier Loidl, Landschaftsarchitekten
Landschaftsarchitektur-Preis
des BDLA 2001 |
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Konzept
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Entsprechend
der politische Vorgabe des Berliner Senates wurde der klassizistische Grundriss
Schinkels zur Grundlage für die Neugestaltung des Lustgartens bestimmt.
Der Entwurf orientiert sich am Grundriss von Schinkels Plan von 1829, ausgeführt
1835.Der Lustgarten ist nicht als Rekonstruktion des Schinkelschen Entwurfes
zu verstehen. Da die Originalsubstanz unwiederbringlich verloren ist, wäre
dies denkmalpflegerisch nicht vertretbar gewesen.
Die Neuinterpretation gibt dem Lustgarten eine Topographie. Während
seine Gehbereiche ebenerdig an die umliegenden Pflasterflächen anschließen,
entsteht durch das Anheben und Modellieren der Rasenflächen ein flaches
Relief. Der Brunnen ist ebenfalls als Relief aus dem Wegebelag entwickelt.
Die Nutzer werden so zur Inbesitznahme der Flächen eingeladen. Gleichzeitig
wird eine umzäunte Anlage nach historischem Vorbild vermieden.
Modellierung, begleitenden Steinbänke und Brunnenrelief unterstreichen
die Bezüge zwischen Dom und Spreekanal. Die Abmessung der Steinbänke
und die Form der Modellierung beziehen sich auf die Fassade des Alten Museums.
Schließlich gibt die Fassung des Lustgartens mit einfachen Lindenreihen,
die etwas aus den Längsfluchten des Museums gerückt sind, ihm
in Ansätzen wieder eine ruhige Rahmung.
Zuschnitt und Lage der Rasenflächen und des Brunnens sind an das historische
Vorbild angelehnt. Ihre räumliche Ausformulierung erlaubt dagegen eine
zeitgemäße Nutzung der Anlage. Mit der Möglichkeit zur Aneignung
aller Flächen durch die Besucher verliert die Anlage ihren repräsentativen
Charakter. Diese Umdeutung wird durch die unterschiedliche Artikulation
von Grundriß und Schnitt erreicht. Sie ist beabsichtigtes Ziel des
Entwurfs.
Die Anlage wurde 2001 mit dem Landschaftsarchitektur-Preis des BDLA ausgezeichnet.
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Entwurf
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Eingefügt in den heutigen städtebaulichen Rahmen, folgt der Entwurf den damals ausgeführten Proportionen. Schinkels ursprünglichen Plan wurde geringfügig verkleinert um die veränderte Achse auf den Raschdorffschen Dom aufzunehmen und von der Treppe zur der vielbefahrenen, hochliegenden Karl-Liebknecht-Straße abzurücken. Der Garten erhält so ein Foyer nach Süden, in dem auch das vorhandene Herbert-Baum-Denkmal einen angemessenen Platz findet.
Zwei Lindenreihen begleiten die Längsseiten des Gartens. Sie stehen außerhalb der Museumsfluchten, so das die Ausdehnung des Gebäudes mit seiner vorgelagerten Säulenhalle und der Treppenanlage unverdeckt zur Geltung kommt. Die räumliche Verbindung von Altem Museum mit dem dahinterliegenden Museumskomplex rückt so wieder stärker ins Blickfeld. In den beiden begleitenden Lindenreihen, wie auch im anliegenden Lindenhain am Spreekanal ist in der Domachse eine Baumreihe ausgespart, um den Sichtbezug zum Zeughaus herzustellen.
Der ruhige, den Lustgarten umgebende gepflasterte Bereich, wird beidseitig in gleicher Breite entwickelt. Die Zufahrt vor dem Dom wird schmaler, um sowohl dem Garten, als auch dem Gehweg vor der monumentalen Treppenanlage des Doms mehr Fläche einzuräumen. Die in Passe gepflasterte Fläche aus Grauwacke bildet eine einheitlichen Hintergrund und hebt den hellen Muschelkalk des Gartens hervor.
Die Rasenflächen sind gegenüber den Wegen ein wenig angehoben und in eine strenge, flache Böschung modelliert. Von Außen, aus der Fußgängerperspektive betrachtet, bilden sie eine zusammenhängende Rasenfläche. Erst in der Annäherung zeigen sich die inneren Wege und eröffnen eine feinteiligere Dimension. Eingefaßt werden die Rasenflächen von Muschelkalk-Kanten; parallel zum Museum höher und breiter, längs dazu schmaler und flacher.
Oleander, Agapanthus, Fuchsia und Datura begleiten die Ränder des Gartens. Sie stehen in Kübeln aus Eiche und Edelstahl. Materialgleiche Bänke reihen sich in die Linden.
Insgesamt ist der Garten eben, was eine langgestreckte Treppe zum westlichen Lindenhain mit seinen Tennenflächen und Bänken ermöglicht. Man tritt aus dem Lustgarten heraus, hinunter in den Lindenhain am Spreekanal.
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Brunnen
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Am Schnittpunkt von Museumsachse und Domweg besetzt der Brunnen den zentralen
runden Platz des Lustgartens. Gemäß dem Schinkelschen
Grundriss hat der Brunnen einen Durchmesser von 15 m. Er wird umrundet
von breiten Wegen.
Die historischen Schale vor dem Alten Museum wurde aus einem einzigen
Granitblock geschnitten. Der neue Brunnen will nicht mit ihr konkurrieren,
die Platzfläche soll nicht durch ein zweites Objekt besetzt werden.
Die Brunnenfläche wird deshalb als flaches, feinteiliges Bodenrelief
aus Muschelkalk entwickelt. Als senkrechte Schichtung schmaler, verschieden
hoher Platten setzt es die Textur des Muschelkalkpflasters fort. Das Relief
versteht sich in einer Einheit mit der Pflasterfläche und den Einfassungssteinen
des Gartens und fügt sich in die Platzfläche ein. Wie die Rasenflächen
kann der Brunnen erlebt und betreten werden.
Eine hohe Fontäne, Wirbeldüsen und zarte Nebelwolken bilden
das Wasserspiel des Brunnens. Die statt der Fontäne vorgeschlagenen
Wasser-Bögen wurden leider abgelehnt. Sie hätten
in Abwechslung mit der Fontäne die Betonung der Mitte abgeschwächt
und die Beziehungen quer zur Hauptachse unterstrichen.
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Bauherr
Bauleitung
Ausführung
Lage, Fläche
Baukosten
Bauzeit
Fotografien
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Land
Berlin,
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung,
Umweltschutz und Technologie
vertreten durch
Grün Berlin Park und Garten GmbH
Willnecker und Siegmann, Landschaftsarchitekten
Rüdiger Brandenburg GmbH
Combé GmbH & Co Rohrbau
Oberdorlaer Muschelkalk Traco
über Beso Baustoffvertrieb GmbH
EBB, Edelstahl und Blechbarbeitung GmbH
Berlin - Mitte,
zwischen Karl-Liebknechtstraße
und Straße am Lustgarten,
am Alten Museum, dem Berliner Dom, dem Schloßplatz.
2,2 ha
brutto, inklusive Baunebenkosten:
7,0 Mio DM
320,- DM/qm
brutto: 815.000,- DM
3,5 Mio DM
durch die Allianz Umweltstiftung
sowie 3,5 Mio DM durch das Land Berlin.
Dezember 1997 Planungsbeginn
Februar 1998 - September 1999
Lars Dreppenstedt
Hans Loidl
Barbara Hutter
Ulrike Böhm
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bbzl
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boehm
benfer zahiri
architektur städtebau landschaft
www.bbzl.de
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Abbildungen Lustgarten Anlage ] [
Abbildungen Lustgarten Möblierung ] [
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