G r ü n e   A c h s e   L e i n e f e l d e

zweiphasiger offener Realisierungswettbewerb
Ulrike Böhm, Cyrus Zahiri, Katja Benfer
11/03
2. Preis
Fuge im
Patchwork



Der bearbeitete Freiraum liegt als Zwischenraum, als Fuge zwischen den Quartieren der Leinefelder Südstadt. Er verbindet die Leinefelder Altstadt mit der Landschaft. Die angrenzenden Freiflächen in den Wohnhöfen nehmen überwiegend private Nutzungen auf und sind durch eine Vielfalt an Themen und Atmosphären gekennzeichnet. Gegenüber diesem Patchwork ist es wichtig die Fuge mit einem einheitlichen räumlichen Gerüst zu unterstreichen, damit sie als übergeordneter öffentlicher Freiraum, als Park zwischen den Quartieren erkennbar und erlebbar wird.

 
räumliches
Gerüst



Das räumliche Gerüst baut sich aus drei Elementen auf: einer erhöhten Promenade mit begleitenden Baumreihen, Plateaus mit begleitenden Wegen und Querungen. Die langgestreckte Promenade begleitet und umfaßt die Fuge am westlichen Rand. Akzentuiert durch eine Reihe von besonderen Bäumen verbindet sie die Leinefelder Altstadt mit der umgebenden Landschaft. Sie ist gegenüber den angrenzenden Flächen erhöht. Das Verhältnis von Promenade und Fläche paßt sich an die gegebene Topografie an.

Gegenüber der Promenade wird der Fugen-Zwischenraum durch Plateaus begrenzt. Die Plateaus sind als leicht erhöhte Flächen ausgebildet und staffeln sich entsprechend der Breite des umfassten Fugenraumes zurück. Sie werden durch einen Schirm von kleinkronigen, mehrstämmigen Bäumen betont. An besonderen stadträumlichen Situationen wird dieser Schirm als Abfolge von Lichtmasten bzw. als Pergola variiert.
Die Querungen nehmen die Wegebeziehungen aus den Quartieren auf und verknüpfen sie mit dem Fugenraum. Querungen und Plateaus bilden zusammen Übergänge und Eingänge in den Freiraum.

Promenade, Plateaus und Querungen ermöglichen eine räumliche Fassung der Fuge und schützen private Bereiche des Wohnens vor den öffentlichen Parknutzungen. Gleichzeitig gliedern sie den langgestreckten Fugenraum in eine abwechslungsreiche räumliche Sequenz aus unterschiedlichen Feldern.

Felder

In dem so aufgespannten Gerüst liegen Felder mit unterschiedlichen Oberflächen und Nutzungen. Durch die Erhöhung von Promenade und Plateaus sind sie als eigener Bereich räumlich abgesetzt. Die Felder passen sich an individuelle stadträumliche Kontexte und Nutzungen an: befestigte Platzflächen für Märkte, Feste oder Boule, Spiel- und Rasenflächen zum Toben und Rennen oder Liegewiesen zur Kontemplation.

Innerhalb der Felder kann das räumliche Grundthema variiert und bereichert werden. Das Konzept läßt sich in Abschnitten realisieren.
Leitdetails

Profilierung und Materialität der begleitenden Promenaden und Plateaus und der befestigten Querungen sind wiederkehrende Leitdetails. Sie passen sich an die jeweilige Situation an, gehören aber einer gemeinsamen Gestaltungs- und Materialsprache an, um Zusammenhang und Erkennbarkeit der Anlage zu unterstützen. Darüberhinaus sind für Promenade und Plateaus jeweils gleichbleibende Baumsorten vorgesehen.
Übergang zur
Altstadt
Der Bahnhofsvorplatz, der Bereich am Busbahnhof und der Platz zwischen den Einkaufsmärkten liegt im Übergang zur Altstadt. Die Flächen werden durch Passanten und teilweise durch ruhenden Verkehr in Anspruch genommen. Als Abfolge sind sie in drei räumlich unterscheidbare Teilbereiche aus befestigten Flächen und Tennenflächen gegliedert.
Um den See

Querungen verbinden den Bereich um den See mit den angrenzenden Quartieren und erschließen über Stufen das Ufer. Die steile Böschung wurde etwas abgeflacht, um den räumlichen Bezug zum See zu stärken. Die Wiesenflächen südlich und nördlich erweitern die Flächen um den See und binden ihn somit stärker in das Stadtgefüge ein.
Marktplatz Der Markplatz wird von der Geschwister-Scholl-Strasse aus angebunden. Die erschließende Querung ist als flache Rampe ausgebildet und überwindet den durch die Promenade entstehenden Höhensprung. Der Platz ist mit Platten belegt und erlaubt Markt- und Stellplatznutzung. Das angrenzende Plateau ist durch eine Pergola und einigen Stufen vom Platz abgesetzt.
Platzam
Jugend
zentrum
Die Fläche verknüpft den mittleren und den unteren Bereich der Leinefelder Südstadt. Sie wird als Platz mit Tennenflächen und befestigten Anteilen ausgeführt. Bedingt durch den Flächenzuschnitt und den bestehenden Freiflächen am Jugendzentrum wird hier das Parkband verengt, versetzt und zusätzlich durch die Goethe-Strasse getrennt. Um die Einheitlichkeit und Kontinuität des räumlichen Konzepts sicherzustellen, wird empfohlen die bestehende Strassenverbindung in die Platzoberfläche zu integrieren.
Gelenk am
Bonifatiusplatz


Die Fläche in Fortsetzung des Bonifatiusplatzes liegt im Schnittpunkt mehrerer Quartiere. Sie wird als Gelenk zwischen den angrenzenden Siedlungsteilen ausgebildet und lässt sich als Treffpunkt oder zum Boule spielen nutzen. Ihre Oberfläche bildet eine Tennenfläche.
Liege- und
Spielwiesen
Zwischen den beschriebenen Bereichen sind kontrastierend Wiesen- und Rasenflächen vorgesehen. Ihre Offenheit und Unbesetztheit unterstreichen die Großzügigkeit des Parkbandes und erlauben vielfältige Aneignungsmöglichkeiten, als Liegewiese oder zum Spielen und Toben.
bbzl
boehm benfer zahiri
architektur städtebau landschaft

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