C h e m e r g i e   H ü r t h   K n a p s a c k

beschränkter Ideen- und Realisierungswettbewerb

Ulrike Böhm, Cyrus Zahiri, Katja Benfer,
Rita Leal, Anne Wex, Sumika Aizawa, Alexandra Blechschmidt,
Christina Bös, Ann-kristin Haeger

2. Preis
01/09

Kontext



Der Industriekomplex Infraserv / RWE besetzt den Knapsacker Hügel. Topografisch aus der Umgebung herausgehoben entfaltet die Anlage an vielen Stellen eine ausgesprochen prägnante räumliche Wirkung. Überlagert und verstärkt wird diese Wirkung durch besondere atmosphärische Aspekte: die stetige Produktion von 'Wolken' aus Wasserdampf und die umfangreiche Beleuchtung bei Nacht. Dagegen bleiben die eigentlichen Produktionsvorgänge für Besucher wenig anschaulich.

Das Areal besitzt die für Groß-Industrieanlagen typische Aura: Die beschriebenen räumlich-atmosphärischen Merkmale reizen zur Erkundung - andererseits entzieht sich die Anlage durch Dimension und fehlenden öffentlichen Bereichen jedem Versuch einer Näherung. Eine Ausnahme bilden das Feierabendhaus und der Bereich um den Eingang Knapsack. An die hier vorgefundenen städtebaulichen und architektonischen Merkmale wird für die vorgeschlagenen Interventionen angeknüpft.

 
Eingangsbereich Hürth



Der Eingangsbereich zum Infraserv Werksteil Hürth besteht aus einer langgestreckten Galerie und einer Vorfläche, die Stellplätze und einen Garten aufnimmt. Westlich schließt sich der Erkundungsweg um die Werksgrenze an.

Die Galerie fasst alle Nutzungen zu einem großzügigen und unverwechselbaren Eingangsbereich zusammen. Sie ist gleichzeitig als Schaufester für den Standort zu verstehen. Ein Schwenk im Verlauf der Galerie akzentuiert den Eingang zum Werksgelände. Über eine Brücke ist der Erweiterungsbau der Akademie an das Hauptgebäude angeschlossen.

Erkundungsweg
Membran


Der das Werksgelände begrenzende Zaun verläuft streckenweise entlang von Böschungen und durch Bereiche mit ruderaler Vegetation. Ein Austausch des Zauns würde über weite Strecken nicht die bestehende räumliche Situation verändern und damit nicht zur Steigerung der Attraktivität der Werksgrenze beitragen.

Stattdessen wird vorgeschlagen die drei Eingangsbereiche Hürth, Knapsack und Goldbergstrasse entlang der nördlichen Werksgrenze durch einen Erkundungsweg miteinander zu verbinden. Er verknüpft die Werksgrenze und die angrenzenden Bereiche zu einer Raumfolge mit unterschiedlichen Teilbereichen. Im Wegeverlauf sind an geeigneten Stellen Aufenthaltsbereiche und Beobachtungs-stationen eingefügt.
Umfeld Kühlturm / Eingangsbereich RWE Power

Die Zufahrt Goldbergstrasse und der Übergang zur Rampenanlage über das Werksgelände wird als linearen Abfolge durch eine Baumreihe und eine Reihe von Mastleuchten begleitet. Die Fläche um den Kühlturm ist als befestigte Fläche ausgebildet, auf der temporäre Veranstaltungen und Feste stattfinden können.

Für den Kühlturm wird ein stufenweiser Ausbau vorgeschlagen, der sich im Laufe der Zeit an unterschiedliche Nutzungen anpassen kann. In der ersten Stufe wird eine, zweiläufige Treppe an der Innenseite des Turms bis zur Dachkante geführt.

Der Treppenverlauf ist an die Kühlturm angeschmiegt. Oberhalb der Treppe erlaubt eine kleine Aussichtskanzel den Überblick über das Gelände. Die bestehende Kanzel kann zu einem späteren Zeitpunkt zu einem geschlossenen Ring vervollständigt werden.
Gärten
der
Technik


Wie im ersten Abschnitt beschrieben bleiben für Besucher die Abläufe in den Anlagen weitgehend unsichtbar. Gleichzeitig fehlen Aufenthaltsbereiche, die sie zum Verweilen einladen. In den Eingangsbereichen Hürth und Goldbergstrasse werden dazu zwei Gartenanlagen vorgeschlagen.

Neben ihrer Aufgabe als Aufenthaltsorte sollen sie den Besuchern einen Einblick in die Abläufe der Anlagen ermöglichen und sie für die damit verbundenen Zusammenhänge und Dimensionen sensibilisieren.
bbzl
boehm benfer zahiri
architektur städtebau landschaft

www.bbzl.de
  [ Abbildungen Chemergie Huerth Knapsack]
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