|
|
H
o p f e n b r u c h p a r k B u g a S c h w e r i n
zweiphasiger
offener Realisierungswettbewerb
Ulrike Böhm, Cyrus Zahiri, Katja Benfer
02/04
1. Ankauf
|
|
Lage
und
Nutzung |
|

Das Areal rund um den Güterbahnhof Schwerin ist durch einen topografischen
Sprung in zwei Bereiche geteilt. Der bestehende Höhensprung zwischen
den beiden Bereichen wird durch eine lange, teilweise verspringende Böschung
aufgenommen. Sie erlaubt einen Überblick über das gesamte Gebiet
bis zum Medeweger See. Der höhergelegene Bereich des Areals ist mit
gewerblich genutzten Bauten besetzt und wird zu einem städtischen
Quartier weiterentwickelt. Der tiefergelegene Bereich, das eigentliche
Güterbahnhofsgelände, ist inzwischen durch ruderale Vegetation
bewachsen, die Gleisstränge und Rangieranlagen in einer eigenen Ordnung
überlagern.
Um Qualität und Weite dieser extensiven Flächen zu schützen
und dem anschließenden Quartier einen räumlich erlebbaren Abschuß
zu geben, wird der Hopfenbruchpark am Übergang zwischen Quartier
und ehemaliger Gleisanlage konzentriert. Dabei wird die bestehende Böschung
in die Parkflächen eingebettet, um die räumlichen Eigenschaften
des Höhensprungs als besonderes Merkmal des Parks zu nutzen.
Innerhalb des Parks wird der Übergang zwischen Quartier und ehemaliger
Gleisanlage durch eine Staffelung der Parkflächen thematisiert. Im
Anschluß zum Quartier sind kleinteilige, nutzungsintensive Flächen
angeordnet, sie nehmen Gärten und Freizeit-Flächen auf. Im Anschluß
zur ehemaligen Gleisanlage und mit Bezug zum Güterbahnhofsgebäude
sind großzügig bemessene, extensive Wiesen angeordnet, sie
erlauben eine Nutzung als Spiel- und Festwiese.
Die in den Park eingebundene Böschung verknüpft die beiden Parkebenen
miteinander und erlaubt eine besondere räumliche Ausformulierung
von Freizeit-, Spiel- und Sport-Nutzungen. Dazu gehören geneigte
und steile Parkflächen, an denen man sich 'erproben' kann, sowie
Bereiche mit Sitzstufen und Tribünen, um die typische Beziehung zwischen
Akteuren und Zuschauern aufzubauen. Die räumliche Bedeutung des Höhensprungs
und des Böschungsversatzes wird durch begleitende Baumreihen unterstrichen.
Die Parkfelder werden durch kleinkronigere Bäume räumlich gegliedert.
|
|
|
| |
städtebauliches
Gerüst |
|
 
Das Quartier am Hopfenbruchpark soll offen sein für Nutzungsänderungen
und künftige Entwicklungen, es muss schrittweise wachsen können.
Dazu wird ein städtebauliches Gerüst vorgeschlagen, dessen Maschenweite
und Parzellierung sich an verschiedene Nutzungen anpassen lässt.
Das Gerüst besteht aus parallelen Erschließungsstrassen zwischen
Hopfenbruchweg und Mittelweg, die an das Wegesystem des Hopfenbruchparks
anschließen und so alle Grundstücke des Quartiers räumlich
auf den Park beziehen. Park und Landschaft werden fußläufig
erreichbar.
Die Flächen zwischen der parallelen Erschließung können
je nach Nutzung unterschiedlich parzelliert und überbaut werden.
Dabei sind je nach Parzellenzuschnitt verschiedene Nutzungs- und Bautypologien
möglich, von Reihenhäusern über wohnverträgliches
Gewerbe bis zu Mischformen. Je nach Nutzung können auch Erschließungsstränge
eingespart werden. Bestehende Bauten sind in das Erschließungsschema
eingebunden. Abhängig vor der Entwicklung ist ein Erhalt oder ein
Teil- bzw. Vollrückbau zu einem späteren Zeitpunkt möglich.
|
|
|
| |
Verknüpfung
Park und
Quartier |
|
 
Park und Quartier sind aufeinander bezogen: durch den bestehenden Höhensprung,
durch ein gemeinsames Erschließungsgerüst und durch einen gemeinsamen
Eingangsplatz.
Das gemeinsame Erschließungsgerüst gliedert und verknüpft
Quartier und Park über die Böschung hinweg. Alle Erschließungsstrassen
des neuen Quartiers setzen sich über die Böschung hinab als
Fußwege im Park fort. Am Ende der Strassen ist jeweils ein Blick
in die Landschaft zum See möglich, der Höhensprung macht den
Übergang zwischen Park und Quartier räumlich erlebbar.
Der gemeinsame Eingangsplatz liegt als Entreé zwischen Quartier
und Park. Er spannt sich als befestigte Fläche zwischen den beiden
Hallen der Bundesgartenschau auf. Seine Lage bezieht sich räumlich
auf den bestehenden Versprung in der Böschungskante, auf die angrenzenden
Strassen des Quartiers und auf die Position des Güterbahnhofsgebäudes.
An den Eingangsplatz schließt sich ein Plateau an, von dem aus ein
Überblick über das Gelände bis zum See möglich ist.
In den Böschungsversprung ist die Haupttreppe eingebettet, sie verbindet
den Eingangsplatz mit den tieferliegenden Parkflächen.
|
|
|
|
Nutzung
Bundesgarten
-schau |
|
 
Ausstellung
Für die Dauer der Bundesgartenschau nehmen die intensiv genutzten Flächen
des Hopfenbruchparks Schau- und Ausstellungsflächen auf. Als überdachte
Ausstellungsflächen stehen die Ausstellungshalle und die Empfangshalle
am Eingangsplatz sowie das Gebäude des ehemaligen Güterbahnhofs
zur Verfügung. Die Beziehung zwischen Ausstellungshalle und Gartenbänder
erlaubt eine Verknüpfung von überdachten und nichtüberdachten
Ausstellungsbereichen.
Angelagert an die beiden Hallen sind zwei Gartenbänder für die
gärtnerischen Leistungsschauen. Sie sind untergliedert in einzelne
Themengärten. Angelehnt an die angrenzende Vegetation des ehemaligen
Gleisgeländes liegt der Schwerpunkt der Schaupflanzungen neben Wechselpflanzungen
und Sonderschauen auf Wildstauden und Wildgehölzen. In die Gartenbänder
integriert sind befestigte Flächen. Sie gliedern die Gartenschau in
Abschnitte und erlauben eine Nutzung für temporäre Veranstaltungen
oder als Café. Kontrastierend dazu laden die Wiesenflächen ein
zum Spielen, Toben oder einfach zum Ausruhen.
Der Höhensprung des Geländes ist in die Gartenbänder einbezogen.
Die Neigung der Böschung unterstützt die Wirkung und Einsehbarkeit
der Ausstellungsflächen (Blumenböschung). Sie erlaubt aber auch
besondere räumliche Beziehungen zwischen den Ausstellungs-Besuchern.
Die Böschung wird dazu stellenweise als Tribüne genutzt bzw. mit
Sitzflächen versehen.
Plateau
Über den Eingangsplatz betritt man mit dem Plateau die obere Parkebene.
Ausstellungshalle und Baumreihe an der Böschungskante fassen das Plateau
an zwei Seiten. Nördlich bildet ein großzügiger Balkon den
Abschluss und bietet dem Besucher den Blick über das tiefergelegene
Gartenband und die Wiesen hinweg hin zum Medeweger See. Entlang des Balkons
führt die Haupttreppe in den tiefergelegenen Teil der Gartenschau.
Südlich ist das Plateau über eine Fußgängerbrücke
mit dem weiterführenden Weg zur Schweriner Innenstadt verbunden.
Wegeführung und Eingänge
Ein kurzer Rundweg führt vom Eingangsplatz über Plateau, Schaugärten
und Spielwiesen zum Bahnhofsgebäude und zurück. Auf einem langen
Rundweg lassen sich die Gleisanlagen, der Aussichtspunkt auf dem Abrollberg
und der Medeweger See erkunden.
Westlich bildet der Eingangsplatz das Entreé in die Gartenschau und
verknüpft über die Haupttreppe das Plateau mit den tiefer liegenden
Flächen. Pavillons gliedern die Platzfläche und sind Anlaufpunkte
für den Einlass. Südlich verbindet eine Fußgängerbrücke
über den Obotritenring das Gartenschau-Gelände mit dem 'Mobilitätspark'
(ehemaliges Bahnbetriebswerk), dem Hauptbahnhof und dem anschließenden
Stadtzentrum. Nördlich wird der Weg am Böschungsfuß zum
Anschluss an die Schwerin-Line und dem zusätzlichen Bahn-Haltepunkt
fortgesetzt. Nord-östlich ist ebenfalls ein fußläufiger
Anschluss an die Schwerin-Line vorgesehen.
Für die Dauer der Gartenschau kann die Sheddachhalle als Besucherparkplatz
genutzt werden. Die Fläche um die Sheddachhalle wird durch Baumreihen
auf das Ausstellungsgelände bezogen. Sie bilden die spätere Bepflanzung
der Erschließungsstrassen des Quartiers.
|
|
|
|
|
|
|
bbzl
|
|
boehm
benfer zahiri
architektur städtebau landschaft
www.bbzl.de
|
|
|
| |
|
[
Abbildungen
Hopfenbruchpark Schwerin ] [
Mail | Impressum ]
[ Fenster schließen
]
|
|
|