P a r k  a u f   d e m  G l e i s d r e i e c k   B e r l i n

offener zweistufiger Wettbewerb
Preisgruppe


Ulrike Böhm, Cyrus Zahiri, Katja Benfer, Anna Jan,
Alke Sumfleth, Tim Wildner, Sebastian Exner

Kontext

 



Die Morphologie des Gleisdreieck-Geländes ist bis heute stark geprägt durch die, mit seiner ursprünglichen Nutzung verbundenen Umformungen und Eingriffe. Sie prägen an vielen Stellen die besondere räumliche Eigenart des Geländes. Dazu gehören die gegenüber dem Stadtniveau erhöhte Lage, die Umfassung durch eine Stützmauer, die starke Nord-Süd Ausrichtung, die das Gelände querenden Stahlbrücken und die besondere Weite des Areals. Die übergeordneten räumlichen Elemente des Entwurfs knüpfen an diese Eigenarten an.

Die auf dem Gelände noch in Teilen sichtbare Natur der vierten Art hat unsere Vorstellung von städtischen Freiräumen bereichert. Deshalb soll das Gegenüber zwischen bewussten räumlichen Setzungen und Prozessen natürlicher Sukzession ein Thema des Parkes bleiben. Bestehende Relikte und Fragmente bleiben dabei weitgehend erhalten.

Das Interesse und das Engagement für die Flächen seitens der Bürger ist sehr groß. Die endgültige Gestalt des künftigen Parks auf dem Gleisdreieck soll dieses Engagement widerspiegeln. Das vorliegende Konzept etabliert dazu ein übergeordnetes räumliches Thema und ein Gerüst, in das unterschiedliche Nutzungen eingefügt werden können. Auswahl, Zuschnitt und Lage der Nutzungen sollen in enger Zusammenarbeit mit Anwohnern und interessierten Bürgern entwickelt werden.
 
Freiraum
-gerüst



Das vorliegende Konzept sieht ein Freiraumgerüst vor, das an die Morphologie des Geländes anknüpft. In Nord-Süd Richtung besteht jede Parkseite aus drei parallelen Schichten, die die jeweiligen Spuren und Fragmente integrieren und jeweils unterschiedliche Atmosphären aufweisen. Sie teilen sich auf in:

- ein Parkband, das unterschiedliche Freiräume und Aufenthaltsbereiche anbietet,
- Gehölzinseln, die als naturnahe Räume Kontemplation und Ruhe ermöglichen.
- sowie offene Wiesenflächen, die zwischen Parkband und Gehölzinseln vermitteln.

Die Parkbänder bilden als landschaftsarchitektonisch gestaltete Flächen das Gegenüber zu den Gehölzinseln, deren Atmosphäre durch natürliche Sukzessionsprozesse gekennzeichnet ist. Die dazwischen liegenden extensiven Wiesenflächen betonen die Weite. Gleichzeitig beziehen sie als Übergangsraum Parkband und Gehölzinseln aufeinander. Parkbänder, Wiesen und Gehölzinseln unterscheiden sich voneinander je nach Parkseite durch Bepflanzung und Materialwahl.

Untereinander verknüpft sind die Parkschichten durch Querungen. Sie sind mit den, das Gelände querenden Brücken verwandt und unterscheiden sich von den nord-süd ausgerichteten Promenaden durch ihre Materialität und durch ihre bauliche Ausformulierung.

 
Beteiligung

Das Freiraumgerüst ist vergleichbar mit einem städtebaulichen Gerüst, das eine übergeordnete räumliche Ordnung etabliert. Es

- bezieht die Parkflächen und die angrenzenden Quartiere aufeinander,
- sichert die besondere Weite des Geländes
- und etabliert drei grundsätzlich unterschiedliche räumliche Atmosphären.

Das Gerüst erlaubt ein Verorten unterschiedlicher Nutzungen, ohne dass die Parkflächen zergliedert werden oder der übergeordnete gestalterisch-räumliche Zusammenhang verloren geht. Unter Berücksichtigung der jeweiligen Atmosphären sollen in enger Zusammenarbeit mit den Anrainern geeignete und erwünschte Nutzungen entwickelt, dimensioniert und positioniert werden.

Aus der umfangreichen Diskussion im Vorfeld des Wettbewerbs ist zu erkennen, dass es eine Reihe von sehr engagierten Anrainern gibt, deren Detailkenntnis und Engagement auf diese Weise die endgültige Ausformulierung des Parks beeinflussen können. Die Zusammenstellung und Artikulation der Flächen würden dann immer auch die Wünsche und Bedürfnisse der Anwohner widerspiegeln.

Da die Gesamtfläche des Parks in Phasen realisiert wird, scheint uns die Vorgabe eines übergeordneten räumlichen Themas wichtig. Unter Beibehaltung der Elemente Parkband, Wiesenflächen und Gehölzinseln ist eine Weiterentwicklung auch unter veränderten Anforderungen und Nutzungen möglich.
bbzl
boehm benfer zahiri
architektur städtebau landschaft

www.bbzl.de
  [ Abbildungen Berlin Park auf dem Gleisdreieck ]
[ Mail | Impressum ]

[ Fenster schließen ]