S t a d t r a n d p a r k  F a l k e n b e r g

Realisierungswettbewerb 1999
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz

Ulrike Böhm, Cyrus Zahiri, Barbara Hutter, Maike Piontkowsky
für Atelier Loidl

1. Preis

Einleitung



Die Falkenberger Feldmark ist ein Bestandteil des länderübergreifenden Regionalparks Barnim. Als Ergänzung der “märkischen Kulturlandschaft” soll Berlins viertes großes Naherholungsgebiet entstehen: Im Gegensatz zu den drei wald- und seenreichen Regionalparks im Westen und Süden Berlins prägen den Barnim offene Wiesen und Ackerflächen. Äcker, Kiefernforste, Alleen und eine flachwellige Endmoränenlandschaft mit Pfuhlen machen den Reiz dieser Hochfläche aus.

An der Grenze zwischen Stadt und Land hat sich ein heterogenes Nebeneinander gebildet: Kleingartenanlagen, Reiterhöfe, Straßen-, Eisenbahn- und Stromtrassen, Naturschutzgebiete und Äcker. Die großen Volumen der Großsiedlungen stehen neben den kleinmaßstäblichen Bauten von Dörfern und Einfamilienhausgebieten. Hinweise auf die märkischen Kulturlandschaft sind selten. Der verwilderter Gutspark Falkenberg ist eines davon. Er soll in Verbindung mit einem Stadtrandpark als Entwicklungspunkt entlang der Barnimer Dörfertangente einen Eingang in die Landschaft formulieren.

Die beschriebene ‘Stadtrand’-Landschaft entsteht in Abwesenheit von Gestaltungsabsichten, sie ist weder Collage noch Patchwork. Flächen und Funktionen liegen beziehungslos Nebeneinander. Als eigenständige ”Inseln” sind sie nicht aufeinander angewiesen. Sie besitzen ausgeprägt abweisende Ränder und versteckte Eingänge. Sie vermeiden Beziehungen zu ihren Nachbarn. Der Erholungssuchende kann die Landschaft ausschließlich vom Weg aus erleben, im Vorbeigehen.

 
Kontext



Die Fläche des zukünftigen Parks steigt kontinuierlich an, sie ist an drei Seiten von niedriger Bebauung gefasst. Eine direkte Beziehung zur Landschaft ergibt sich nur am westlichen Rand. Hier öffnet sich der Ausblick auf den Dorfrand, das Falkenberger Luch und ein Pappelwäldchen.

Der südliche Parkteil ist durch den ehemaligen Gutspark besetzt. Mit ihrem östlichen Rand grenzt die Parkfläche an eine Kleingartenanlage und an die Sportflächen eines Gymnasiums. Am nördlichen Rand entsteht ein städtisches Tierheim. Es bildet mit seinem winkelförmigen Bau eine Barriere zur Landschaft, die die gesamte Breite des Parks einnimmt. Form und Stellung des Tierheims verhindern mögliche Blick-Beziehungen zur Endmoränenkuppe der Feldmark.

Konzept

Der Stadtrandpark knüpft an die vorgefundene Topographie und an die bestehenden Wege an. Seine Gliederung bezieht sich auf die horizontalen Wege- und Sichtbeziehungen zur Landschaft und in die senkrechten Achsen und Wege aus dem Dorf. Bestehende Elemente wie der Gutspark, die Obstplantagen und die Rieselfelder lassen sich in diese Gliederung einfügen.
Parkflügel

Vier ‘Parkflügel’ bilden den räumlichen Schwerpunkt des neuen Parks. Sie nehmen die horizontalen Wegebeziehungen auf, überhöhen diese und leiten hinein in den Stadtrandpark. Jeder Flügel erhebt sich leicht über das bestehende Gelände und nimmt intensive Nutzungen auf. Die Flügel schützen die bestehenden Elementen wie Altobsthaine und Gutspark. Zusammen umfassen und formen sie eine extensive Wiesenfläche - die „kleine Weite“ - als Vorgeschmack auf die anschließende Landschaft.

Zur „kleinen Weite“ hin sind die Flügel durch breite, steinerne Mauern, zu den bestehenden Elementen und den großen Spiel- und Sportwiesen hin durch Rasenböschungen gefasst. Aufgelockerte pyramidale Baumreihen aus Hainbuchen zeichnen die horizontale Anordnung nach. Treppen führen von den Parkflügeln hinunter in die extensive Wiese. Die Parkflügel sind untereinander nicht verbunden. Ihre Verbindung werden als neue Spuren durch die Nutzer entstehen.
bbzl
boehm benfer zahiri
architektur städtebau landschaft

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