M o l t k e p l a t z   B o n n   B a d   G o d e s b e r g
Konzept



Drei Bögen schmiegen sich entlang der Raumgrenzen des Moltkeplatzes. Sie begleiten Randbebauung und Straßenverlauf. Über die Straße hinweg beziehen sie die beiden Platzseiten aufeinander, grenzen die verschiedenen Bebauungsmaßstäbe gegeneinander ab. In Verbindung mit einer einheitlich gepflasterten Fläche stärken sie die Platzränder und unterstreichen den Zusammenhang des Platzes.

Um den linsenförmigen Platzraum nicht zu verstellen, konzentrieren sich die Angebote zum Verweilen um die Ränder. Von hier aus läßt sich das Platzgeschehen verfolgen: an Markttagen dicht und geschäftig, an den übrigen Tagen weit und großzügig.

Jeder Bogen umfaßt den Platzraum von seiner Seite aus, jeder Bogen besitzt ein eigenes Höhen-Niveau und ein eigenes Raumthema. Je nach Standort kann der Platz so aus unterschiedlichen Blickwinkeln erlebt werden.

Stadtflügel
Lichtbogen
Stufenband


Der 'Stadtflügel', ein Lichtfilter und Sonnenschirm, unterstreicht die Bebauung auf der Altstadtseite. Er grenzt für den Platanenhain einen kleinmaßstäblichen Vorraum ein und bildet das Entreé zum Moltkeplatz. Die Platzfläche liegt um zwei Stufen tiefer, ein Band aus Mauern und Stufen grenzt das Höhenniveau der Altstadt von der Platzfläche ab. Unter dem Schirm liegt eine Fläche aus Steinplatten, verteilte Sitzgruppen laden zum Platznehmen ein.

Der 'Lichtbogen' umfaßt die gegenüberliegende Platzseite. Ein gepflastertes Band begleitet das Kinopolis in ganzer Breite. Es nimmt u.a. Fahrradständer, Bushaltespur und Taxistellplätze auf. Die entlang des Bandes angeordneten Laternen beziehen die Fußgängerübergänge und die verschiedenen Kinobereiche aufeinander und gliedern die in das Band eingebetteten Funktionen. Mit der Dämmerung betonen die Laternen Platz und Kinobesuch als städtisches Ereignis.

Das 'Stufenband' liegt zwischen 'Stadtflügel' und 'Lichtbogen'. Es vermittelt zwischen den Höhenniveaus von Platzfläche und Straße/Gehsteig. Mit ansteigender Höhendifferenz stuft es sich auf 5 Stufen hoch. Zeitweise schieben sich die Stufen zu kleinen Sitzmauern auf und umfassen zwischen sich Felder mit hohen Gräsern (Miscanthus Sinensis). An den beiden Enden des Stufenbandes werden die Niveaus von Straße und Platz wieder ineinander überführt.
 
Verkehr
Erschließung



Die Fußgängerüberwege über die Moltkestrasse sind in Beziehung zu den Kinoeingängen und zur Bürgerstraße angeordnet. Das Stufenband öffnet sich an den Übergängen durch niveaugleiche Stufen. Der westliche Fußgängerüberweg ist in die Flucht der Oststraße verschoben. Damit mündet die Fußgängerzone Oststraße auf den Moltkeplatz, die räumliche Beziehung zwischen Oststraße und ihrem Abschluß im Kinopolis wird funktional unterstützt.

Platzfläche und Anlieferungsstraße für die Anrainer des Moltkeplatzes sind befahrbar. Zusammengefaßt werden sie von den beiden Platzenden erschlossen. Die Enden der Bogen-Einfassungen sind jeweils mit Mauerköpfen versehen. Sie leiten den Verkehr und schützen die Platznutzer. Die Oststraße ist an diese Erschließung angeschlossen. Dem Charakter der Oststraße als Fußgängerzone entsprechend entfallen die Abbiegerspuren von der Moltkestrasse aus. Sie ist für KFZ von der westliche Platzseite aus zu erschließen.

Der Bogen entlang des Kinopolis nimmt eine Haltestelle für Busse (inkl. Gelenkbus), Fahrradstellplätze und einen Taxistand für zwei Taxen auf. Die Bushaltestelle ist ausreichend lang für zwei Busse (einer als Gelenkbus), sie ist in Fortsetzung der vorhandene Busspur angeordnet. Die Fahrbahn des Moltkestraße wird auf je eine Spur beschränkt, um für den Moltkeplatz auf Seite des Kinopolis zusätzlich Raum zu gewinnen.

Material
Konstruktion


Die Platzoberfläche ist einheitlich mit Kleinsteinpflaster gepflastert. Flächen und Bögen sind durch eine vertikale Bänderung in Beziehung gesetzt und gegliedert. Die Pflasterung integriert die Rottöne des angrenzenden Klinkerpflasters in hellere Töne zwischen sandgelb bis rosé und verändert gleichzeitig den Maßstab der Oberfläche. Platten, Möblierung und Mauern sind aus Naturstein, kontrastierend zum kleinteiligen Pflaster sind sie als großformatigen 'Intarsien' in die Pflasterfläche eingelegt. Pergola und Laternen sind Stahl/Holz- bzw. Stahlkonstruktionen.
Daten

Realisierungswettbewerb
Moltkeplatz Bonn Bad Godesberg
mit Tobias Klein
für huttereimann Landschaftsarchitekten Berlin

bbzl
boehm benfer zahiri
architektur städtebau landschaft

www.bbzl.de
  [ Abbildungen Moltkeplatz Bonn Bad Godesberg ]
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