S t a d t p l a t z   B e r l i n   O b e r s c h ö n e w e i d e

eingeladenes Gutachterverfahren
1. Preis

Ulrike Böhm, Cyrus Zahiri, Katja Benfer,
Marek Langner, Alke Sumfleth
02/05

Entwurfs- und Ausführungsplanung

Ulrike Böhm, Cyrus Zahiri, Katja Benfer,
Ulf Schrader, Dirc Gusewski, Sebastian Exner
01/06

Konzept

 



Die Typologie der Bauten zwischen Wilhelminenhofstrasse und Spree umfasst Gewerbe- und Industriebauten von unterschiedlicher Dimension sowie Wohnbauten. Trotz dieser Heterogenität reagieren die Baukörper je nach Bereich räumlich ähnlich. Es lassen sich so für das gesamte Gebiet typische und wiederkehrende Freiräume ausmachen: zweiseitig gefasste Korridore, dreiseitig gefasste Platzräume sowie unregelmäßige, meist dreieckige Weitungen entlang des Spreeufers.

In Anlehnung an diese Freiraumtypologie wird für das Bearbeitungsgebiet ein Gefüge aus Freiflächen vorgeschlagen, die den jeweils dominanten Raumelementen zugeordnet sind und ihre Raumwirkung unterstützen. Die Flächen sind über Versätze und Stufen zueinander in Beziehung gesetzt, um die Übergänge zwischen den verschiedenen räumlichen Situationen zu unterstreichen.

Damit wird die Verbindung zwischen Wilhelminenhofstrasse und Spreeufer zu einer räumlichen Sequenz aus Teilräumen, die sich jeweils auf den unmittelbaren Kontext beziehen. Von der Kranbahnpromenade, durch das große Eingangstor, entlang der Umfassung der Schauhallen lassen sich Stadtplatz, Uferpromenade und Skulpturengarten je nach Nutzer zu einer individuellen räumlichen Abfolge verknüpfen.
 
Kranbahn
-promenade


Der korridorartige Raum der Kranbahnpromenade wird sehr prägnant durch die Kranbahn-Konstruktion und die Leitmauer unterstrichen. Die bestehenden Beläge und die in die Beläge eingelegten Schienen sollen dazu erhalten bleiben.

Im Bereich zwischen dem Gebäudeflügel des Wohngebäudes an der Wilhelminenhofstrasse und dem Eingangstor zu den Schauhallen wird die Oberkante der vorgegebenen Leitmauer auf 9m gesenkt und mit Öffnungen von 1,80m Höhe versehen. Die beschriebenen Eingriffe differenzieren die räumliche Wirkung der Mauer und ergänzen sie um Licht und Schatten-Phänomene ohne ihre prägnante Leitwirkung zu schwächen.
 
Schauhallen
Umfassung


Die Schauhalle bildet den prägnanten Schwerpunkt des Gebiets. Entsprechend ihrer Bedeutung als öffentliche Gebäude wird das Gebäudeensemble mit einer leicht erhöhten Umfassung versehen. Sie verknüpft die Kranbahnpromenade mit dem Stadtplatz und der Uferpromenade. Die Umfassung nimmt dazu die Flucht der Leitmauer entlang der Kranbahnpromenade auf und bindet das neue Eingangstor zu den Schauhallen ein. Die leichte Erhöhung gegenüber dem Stadtplatz akzentuiert die räumliche Öffnung nach dem Passieren des Tores und erlaubt dem Besucher einen Überblick über Stadtplatz und Spreepromenade.
Skulpturen
-garten
Der Skulpturengarten ist gegenüber der Uferpromenade leicht vertieft und erstreckt sich bis zum Spreeufer. Er ist vom Museumssteg, von der Uferpromenade und von der Schauhallen-Umfassung aus über Trittstufen zu betreten.

Der Garten ist bewusst in die Uferzone eingeschoben, um den Besucher des Spreewanderweges im Bereich der Schauhallen in die Ausstellung einzubeziehen und zum Durchqueren des Gartens einzuladen. In Fortsetzung des Uferwanderwegs ist eine Längsquerung des Gartens entlang von Trittsteinen möglich.
Stadtplatz

Der Stadtplatz ist eingespannt zwischen der Schauhalle und der vorgesehenen Hotelbebauung. Er verknüpft die Laufener Strasse mit dem Spreeufer. Die östliche Platzseite ist durch eine unregelmäßige Baumreihe gefasst, die die Baumreihe aus der Laufener Strasse über den Platz fortsetzt. Zwischen den Bäumen laden Sitzgruppen zum Ausruhen ein.

Auf seiner nördlichen und auf seiner südlichen Seite ist der Stadtplatz leicht eingerückt, um jeweils eine Schwellensituation auszubilden. Baumsetzung und Detaillierung des Platzes sind bewusst zurückhaltend, um die Wirkung der Schauhallen zu unterstreichen. Die Platzfläche besteht aus Plattenbändern und wassergebundener Decke.
Ufer
-promenade


Die Uferpromenade ist Teil des Spreewanderwegs und verbindet die neue Kaisersteg-Brücke mit dem Stadtplatz, der Schauhallen-Umfassung und dem Skulpturengarten. Stadtplatz und Schauhallen-Umfassung sind gegenüber der Uferpromenade leicht angehoben. Die Schauhallen-Umfassung ist zusätzlich durch eine Mauerscheibe in Fortsetzung der Leitmauer markiert.

Die Fläche ist bewusst offen gehalten um den Blick zur Spree freizugeben. Die Baumsetzung knüpft an die Baumreihe auf dem Stadtplatz an. Die Uferkante ist durch breite Steinbänke gefasst, die ein Verweilen entlang des Ufers erlauben.
bbzl
boehm benfer zahiri
architektur städtebau landschaft

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